Klinischer Forschungsschwerpunkt Multiple Sklerose (KFSP MS)

Heterogenität der Multiplen Sklerose - Vom pathogenetischen Phänotyp zu neuen Therapien

Multiple Sklerose ist die häufigste Ursache für Behinderung von jungen Erwachsenen in der westlichen Welt. MS ist eine prototypische Autoimmunerkrankung, wobei das zentrale Nervensystem angegriffen wird und dabei die Myelinscheiden der Nervenzellen beschädigt werden und ihre Reizleitungsfunktion dadurch verlieren und die Nervenzellkommunikation so beeinträchtigt wird.  Daraus folgt, dass verschiedenste neurologische Symptome wie Sehbeschwerden, Gefühlsstörungen der Extremitäten und Sprach- und Kognitionsstörungen auftreten können.


Die MS ist daher, wie der Name es bereits sagt, eine sehr variable (heterogene) Krankheit und ein Verlauf bzw. Prognosen sind für Patienten im Moment nicht vorhersagbar. Dieser klinische Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der Heterogenität dieser Krankheit. Dabei soll mittels bildgebender Techniken und immunologischer Grundlagenforschung biologische Marke identifiziert werden, die eine bessere Charakterisierung des Krankheitsbildes erlauben. Mittels dieser Informationen sollen zukünftig individualisierte und neue Therapieansätze entwickelt werden. Für dieses Ziel arbeiten 9 Gruppen am Universitätsspital, Universität Zürich und ETH Zürich Hand in Hand um ein besseres Verständnis für die Krankheit und ihrer Behandlung zu entwickeln.

Der KFSP MS ist in drei, eng miteinander verknüpfte, Forschungsfelder unterteilt: 1. Analyse der MS Phänotypen mittels bildgebender Verfahren 2. Biologische Grundlagenforschung im Bereich MS/ Pathogenese der MS, 3. Experimentelle klinische Forschung. Der KFSP MS dient als Plattform für neue Kollaborationen und vereint Expertisen, auch aus bis dato MS-fernen Forschungsgebieten.

Forschungsziele:

  • Anwendung moderner Phänotypisierungsalgorithmen basierend auf struktureller Bildgebung, immunologischen, klinischen, neuropsychologischen und -psychiatrischen Parametern
  • Besseres Verständnisses der zugrunde liegenden Pathomechanismen in verschiedenen Phänotypen der Erkrankung
  • Entwicklung neuer Behandlungsansätze (Neuro-/Myelonprotektion, Re-Tolerisierungsansätze) und Untersuchung der Wirksamkeit in proof-of-concept-Studien
  • Schaffung eines international sichtbaren, translationalen Forschungsschwerpunktes zur Multiplen Sklerose am Standort  Zürich